Die Seelenschreiberei - Ort der Kreativität für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Bis vor sieben Jahren war ich psychisch krank.

Ich war depressiv, litt unter Ängsten und Alpträumen, konnte nicht schlafen.
Heute geht es mir gut, ich bin stabil – doch auf meinem Weg durfte ich erfahren, wie entlastend und wichtig nicht nur der Austausch mit anderen Betroffenen ist, sondern wie wertvoll schreiben sein kann.


Denn in den schlimmsten Zeiten meines Lebens war Schreiben mein Freund, der stumme Begleiter, dem ich meine Gefühle und Ängste anvertrauen konnte, ohne dafür verurteilt oder ausgelacht zu werden.


Doch erst, als ich während meiner Ausbildung zur Erzieherin an einem Workshop für kreatives Schreiben teilnehmen durfte, spürte ich das erste Mal in meinem Leben, wieviel Macht Worte wirklich haben konnten. Ich erlebte, dass ich mit ihnen gleichzeitig Menschen berühren und einen Teil von mir offenlegen konnte, den ich sonst zurückhielt.
Ich erlebte, dass ich eine Stimme hatte.


Doch was hat das Ganze mit der Seelenschreiberei zu tun?

Die Seelenschreiberei ist nicht irgendein Selbsthilfeforum. Sie ist mehr.


Sie soll dein virtuelles Wohnzimmer sein. Der Platz, an den du kommen kannst, wenn deine Gedanken dich überfluten. Der Platz, an dem du dich weder verstellen noch etwas zurückhalten musst. An dem du so traurig oder sensibel sein darfst, wie du es bist.


Ein Ort, an dem es egal ist, ob du unter Depressionen oder einer Essstörung leidest, Ängste oder traumatische Erfahrungen dich quälen, du eine Psychose oder eine Borderline Persönlichkeitsstörung hast. Ein Ort, an dem du offen über das sprechen kannst, was dich beschäftigt. Ein Ort, an dem du Menschen um dich hast, die verstehen, was in dir vorgeht und die dich weder für das, was du fühlst, noch für das, was du bist, verurteilen.


Ein Ort, an dem du zählst. Du. Deine Geschichte und das, was du zu sagen hast.



Und weil ich das Schreiben liebe - weil ich überzeugt davon bin, dass Schreiben eine wertvolle Ressource und gleichzeitig wundervoll und wertvoll ist - möchte ich dir das, was ich liebe, näher bringen. Es geht nicht um Therapie, – es geht um den Spaß am kreativen Schreiben und darum, dich selbst besser verstehen zu lernen.


Denn Schreiben kann Balsam für die Seele sein – genau wie der Austausch mit Betroffenen.





Der Schreiber setzt seine Seele ins Tintenfass.
- Deutsches Sprichwort -